Es ist so verrückt. In nicht einmal zwei Monaten bin ich schon nicht mehr hier in Deutschland. Mein Flug nach Thessaloniki ist für den 8. Januar gebucht. An diesem Tag um 13 Uhr werde ich das erste Mal in meinem Leben griechischen Boden betreten. Doch bis es soweit ist, kommt noch einiges auf mich zu.
Der Dezember rückt mit großen Schritten näher und es gibt noch so viel zu tun. Ich weiß nicht, wo ich in meiner ersten Nacht in Griechenland schlafen werde, ich weiß nicht, wann und wo meine Veranstaltungen stattfinden. Aber ich weiß jetzt schon, dass es in Griechenland sehr viel arbeitsintensiver sein wird, dass ich viel mehr tun muss, um an meine Unterschriften zu kommen, als hier. Aber, davon gehe ich einmal stark aus, wenigstens wird es keine Anwesenheitslisten geben...
Ich sitze gerade in Hildesheim, war seit über einem Monat nicht mehr zu Hause in Vienenburg, verbringe mehr Zeit in der Uni als in meinen eigenen vier Wänden, knüpfe Kontakte wie ich es zuletzt in der Schulzeit getan habe.
Komisch, ausgerechnet jetzt, zwei Monate, bevor ich ins Ausland verschwinde, habe ich zum ersten Mal das Gefühl, in Hildesheim angekommen zu sein. Hildesheim, die Uni, meine Wohnung - das alles mein Zuhause nennen zu können. Und ich habe zum ersten Mal seit Langem wieder das Gefühl, ich selbst zu sein und zu wissen, wo ich hingehöre.
Vor Monaten kam mir der Auslandsaufenthalt wie eine Rettung vor. Und jetzt tun sich plötzlich Zweifel auf - schaffe ich das? Überstehe ich sechs Monate fern von meinem Zuhause, meiner Familie, meinen Freunden? Schaffe ich es, Anschluss in Griechenland zu finden? Ist mein Englisch gut genug? Was verpasse ich in Hildesheim, während ich weg bin? War es nicht eine schlechte Idee, gerade jetzt ins Ausland zu gehen, wo ich mich hier wohlfühle? Komme ich klar, wenn ich wieder zurück bin? Das sind Fragen, die mich jeden Tag beschäftigen.
Aber ich sehe diese sechs Monate trotzdem (oder gerade deswegen?) als Herausforderung und als Chance. Einen Rückzieher machen? Kein Thema mehr. Ich werde das jetzt durchziehen. Ich werde sechs Monate in Griechenland wohnen. Nein, ich werde sechs Monate in Griechenland leben.
Ich gehe in ein fremdes Land und bin überzeugt davon, dass ich in vielfacher Hinsicht bereichert wiederkommen werde.
Mittwoch, 25. November 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen