Donnerstag, 3. Juni 2010
How life's playing
Für die Menschen, die sich manchmal fragen, was ich so tue, wenn ich mal nicht auf irgendeinem Ausflug bin: arbeiten. Ich bin ein Sklave der Universität! Die Sonne scheint, es sind 30 Grad und ich sitze in meinem Zimmer und schreibe meine Hausarbeit. Wäre alles halb so wild, wenn die Noten mir egal wären - sind sie aber leider nicht. Unsere Zimmertür erhielt in den letzten Tagen eine neue Dekoration, ich mag sie :-)
Ich sehe dabei zu, wie jeder in sein
en Sommerurlaub auf diverse Inseln oder die Peloponnes verschwindet. Stört es mich? Macht es mich neidisch? Nein. Nach all den Ausflügen die hinter mir liegen, darf ich mich nicht beschweren. Ich habe viel gesehen und es wird sicher noch der ein oder andere Ausflug nach Chalkidiki stattfinden. Auch Athen soll mich noch ein letztes Mal wiedersehen, Mitte Juni.
Im Moment habe ich das Gefühl, dass es mich in Thessaloniki hält. Die Atmosphäre noch für ein paar Tage aufsaugen, die Zeit mit meinen Freundinnen verbringen und natürlich die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen. Es wird sicherlich amüsant, wie wir deutschen Mädels und Nicolle, die ja aus den Niederlanden stammt, die Zeit miteinander verbringen werden, wo doch unsere Fußball-Nationalmannschaften Erzfeine Nr. 1 sind ;-)
Es gibt nicht viele Dinge, die sich hier verändert haben - gestreikt wird nach wie vor und unser Abendessen wird immer noch im Suppenteller mit dem Tauchsieder zubereitet. Das einzig Neue ist, dass wir in der Hinsicht ein wenig experimenteller geworden sind. Neben Eiern werden inzwischen auch Reis, Nudeln und Würstchen gekocht. Ich würde sagen, unsere alternativen Kochmethoden sind ein voller Erfolg! Sigridas Mutter schickt mir jetzt doch tatsächlich auch einen magic stick (so haben wir ihn liebevoll getauft), damit ich einen eigenen habe! Was mir dabei aufgefallen ist? Ich werde meine Mitbewohnerin vermissen. Das Abenteuer-Leben im Wohnheim hat uns doch tatsächlich so stark
zusammengeschweißt, dass unser Revival-Treffen für 2011 in Litauen geplant ist ;-)
Morgen... heute... habe ich meine letzte Seminarsitzung. Und zu meiner großen Freude gebe ich doch tatsächlich das erste Mal in meinem Leben eine Hausarbeit ab, bevor der Kurs geendet hat - Premiere, Premiere! Motiviert mich die etwas andere Arbeitsatmosphäre? Vielleicht. Was noch fehlt, ist eine weitere Hausarbeit, die etwa den Umfang einer Bachelor-Arbeit einnehmen wird und ein Essay über Fichte, über den ich mir am meisten Sorgen mache. Warum? Abgesehen davon, dass ich den Text noch nicht gelesen habe, finde ich im Internet keine Sekundärliteratur. Warum das ein Problem ist? Die Bibliothek hat weder Sekundärliteratur auf Deutsch noch auf Englisch. Und warum das ein Problem ist, kann sich wohl jeder ausmalen ;-) Aber wie würde der Grieche jetzt sagen? Siga, Siga... Es wird sich schon alles irgendwie ergeben! Und der Stress musste ja irgendwann kommen, ERASMUS ist ja schließlich nicht nur Urlaub :-)
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