Sonntag, 4. April 2010

Κέρκυρα στη θάλασσα, σ 'αγαπώ!

Unseren letzten Tag auf Korfu wollten wir ganz Korfu City widmen. Doch wir hatten sehr viel Pech mit den Sehenswürdigkeiten, die wir uns ausgesucht hatten. Der Eintritt für eine weitere Burg war uns zu teuer - es waren nur 3 Euro, aber wir mussten mit unserem Geld haushalten und zogen es vor, das ein oder andere kleine Andenken an unseren Ausflug zu kaufen. Außerdem waren wir der festen Überzeugung, dass diese Burg niemals das Old Fortress überbieten konnte. Niemals. Aber es war trotzdem keine vertane Zeit, den Weg zur Burg einzuschlagen, denn so entdeckten wir einen kleinen Wochenmarkt - und Märkte in Griechenland sind wirklich etwas ganz, ganz Tolles. Dort entstanden ist übrigens auch das Foto auf der linken Seite :-) Der Verkäufer war ein ganz witziger Kauz und hat ein paar Späße mit seiner Ware getrieben, als er gesehen hatte, das wir vollkommen fasziniert auf diesen riesigen Fisch gestarrt haben, den er - wohl eher als Blickfang als als ernsthaftes Verkaufsobjekt - ausgestellt hatte. Nach auführlicher Recherche komme ich zu dem Schluss, dass es ein Seeteufel gewesen sein muss, da die einzigen Fische, die Ähnlichkeiten mit diesem... Etwas...aufweisen, nicht im Mittelmeer vorkommen. Als er dann allerdings wollte, dass wir unsere Köpfe in den Schlund dieses Seeteufels stecken, verabschiedeten wir uns freundlich und stürzten wieder zurück ins Freie ;-)

Weiter ging es zu einem kleinen Museum, dem Wohnhaus eines griechischen Schriftstellers, das wir uns eigentlich gerne angesehen hätten. Ja, hätten, denn wer rechnet schon damit, dass ein Museum nachmittags um 2 schließt und dann bis zum Folgetag nicht wieder öffnet!? Da standen wir nun also vor verschlossenen Türen und redeten uns ein, jetzt genug für die kulturelle Fortbildung getan zu haben - der Wille zählt, oder? - und es damit auf sich beruhen zu lassen.
Was also anfangen mit dem Rest des Tages? Wir genossen einfach die Tatsache, in Korfu City zu sein, uns erneut einen Sonnenbrand auf den Sonnenbrand zu holen und durch die Gassen der Altstadt zu streifen, ohne Orientierung, einfach gespannt darauf, wo wir letzten Endes landen würden.
Nach einem kleinen Zwischenstopp in einem Café auf dem Platz, auf dem sich auf das Rathaus der Stadt befand, ging der Spaziergang durch die Altstadt weiter.
Man fühlt sich einfach gleich wohl in diesem Teil Korfu Citys. Die engen Gassen und die Wäsche, die in einer ganz besonderen Apparatur zwischen den Häuserreihen aufgehängt wird, die kleinen Touristenshops und Klingelläden mit Schmuck, Schnitzereien und Glasarbeiten, die Häuser, die fast alle in zarten Gelb- und Apricot-Tönen gehalten wurden, Fensterläden und ganz viele, ausgelassene Menschen, überall. Ende März und wir alle hatten das Gefühl, der Sommer ist da.
Ein Abstecher führte uns in die Neustadt, die zwar nicht ganz so charmant war wie die Altstadt, aber trotzdem sehr schön und vor allem grün. Klein, aber fein - das trifft den Charakter von Korfu City ziemlich genau.
Und was kann es schöneres geben, als sich am späten Nachmittag bei immer noch strahlend blauem Himmel und ganz viel Sonne ein Plätzchen am kleinen Yachthafen zu suchen und über Gott und die Welt zu plaudern, während neben einem die kleinen Boote im Wasser schaukeln, die Motoren der etwas größeren Kutter angeworfen werden und die Besitzer sie liebevoll für die anbrechende Saison vorbereiten? Ich merke mit jedem Tag am Meer, den mir Griechenland schenkt, dass ich ein Meerkind bin. Mein Herz gehört der See, den Schiffen und den Häfen dieser Welt und ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich mich nach ewigem Hin und Her für ein Auslandssemester im Allgemeinen und für Griechenland im Speziellen entschieden und dafür auch von allen Seiten Unterstützung bekommen habe. Denn egal, wo ich bin, eins habe ich hier immer um mich herum: Meer.

Und so ging es am Dienstagmorgen zurück nach Thessaloniki. Die Fähre sah uns nur unter Deck, denn, wie bereits erwähnt, hatten wir es mit dem Sonnenbaden ein bisschen übertrieben und uns tat wirklich alles weh (ganz abgesehen davon, dass bereits die Abdrücke unserer Sonnenbrillen begonnen hatten, sich in unseren Gesichtern abzuzeichnen...) und danach ging es wieder für einige Stunden in den Bus.

Das Wohnheim war wie ausgestorben, als wir am frühen Abend wieder dort ankamen. Die meisten saßen bereits im Flieger nach Hause oder hatten sich, wie wir, auch auf die Reise nach Albanien, Bulgarien, die Türkei oder diverse Inseln gemacht. Jetzt, eine Woche später, gleicht das Wohnheim immer noch einem Geisterhaus. Aber um ehrlich zu sein stört mich das herzlich wenig, denn so konnten wir ungehindert den Schlaf nachholen, den wir nach unserer Zeit auf Korfu bitter nötig hatten :-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen