Nach dem Frühstück setzten wir uns in Bewegung - und zwar in Richtung Hagia Sofia, die sich, wie bereits in den vorherigen Einträgen erwähnt, in direkter Nachbarschaft der Blauen Moschee befand. Theres, die das Museum bereits kannte, und Nicolle, die keine 10 € dafür ausgeben wollte, warteten auf uns, während wir uns in die erstaunlich lange Warteschlange einreihten, die dann aber doch sehr schnell kürzer wurde. Unser Gepäck wurde durchleuchtet und dann ging es endlich auf das Gelände.
Die Hagia Sofia ist ein gigantisches Bauwerk. Allein das Hauptschiff nimmt die Fläche eines Fußballfeldes ein. Sie existiert seit dem 6. Jahrhundert nach Christi und war ursprünglich als byzantinische Kirche errichtet, bevor die Osmanen sie nach der Eroberung Konstantinopels (also des heutigen Istanbuls) im 15. Jahrhundert zu einer Moschee machten. Die Inneneinrichtung der orthodoxen Kirche wie beispielsweise der Altar, die Ikonen und Kreuzsymbole wurde dabei teils zerstört, teils geplündert und eine Vielzahl der Wanddekorationen wurde übermalt oder, im Falle vieler Mosaike, einfach aus der Wan
In gewisser Weise ist dieses Bauwerk ein Zwitter. Weder Kirche noch Moschee. Byzantinische Kuppelbasilika trifft Minarette, goldgrundierte Jesus-Mosaike treffen auf Halbsichel-Symbole des Islams. Es ist ein komisches Gefühl, diese beiden Religionen in ein und demselben Bauwerk aufeinander prallen zu sehen.
Wir verbrachten fast 1 1/2 Stunden in dem Museum. Machten uns auf Entdeckungsreise, hielten unsere Eindrücke auf Fotos fest, wie beispielsweise die Katze, die im Spotlight mitten in der Kirche trotz hunderter Besucher seelenruhig schlief. Gingen dann eine nicht enden wollende Rampe hinauf auf die nächste Ebene, wo man tatsächlich noch Mosaike mit christlichen Motiven bestaunen konnte, die die Osmanen nicht zerstört, sondern nur verputzt hatten. Pünktlich zum Gebetruf des Muezin standen wir wieder draußen in der Sonne.
Zur Stärkung setzten wir uns, nun wieder vollzählig, in ein türkisches Pancake-Haus und aßen auf Sitzkissen vor niedrigen Tischchen sitzend und von Livemusik begleitet original
Danach ging es in Richtung Gewürzmarkt, auf den wir schon sehr gespannt waren. Und wir hatten uns nicht zu viel versprochen, es war wirklich ein Genuss für Nase und Gaumen, ein Paradies der Farben und Formen ;-) Wie der Große Basar war auch der Gewürzmarkt in einer Halle, umgeben von Straßen, die ebenfalls voll von Gewürzständen waren. Und wieder war die Ware in der Halle selbst viel teurer als außerhalb. Doch die Marktatmosphäre wollte nur in der Halle so wirklich aufkommen. Dicht an dicht reihten sich die Stände aneinander, Berge von Tees, Gewürzen, Sirup in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen, türkische Süßigkeiten - in Häufchen, in Bergen, in Türmen. Um Kunden bemüht wurden wir an jedem Stand m
Ein sehr freundlicher Mann zeigte uns sein ganzes Geschäft, ließ uns an jeder Teesorte schnuppern, erklärte, welche Gewürze man für welche Gerichte benutzt, zählte die Namen der türkischen Süßigkeiten auf - sobald er den nächsten genannt hatte, war der Vorige bereits vergessen...
Mit den ganzen Gerüchen in der Nase machten wir uns auf den Weg zurück in Richtung Hostel. Der Besuch auf dem Gewürzmarkt hatte trotz der vielen kostenlosen Häppchen dafür gesorgt, dass unsere Mägen sich knurrend bemerkbar machten. Wir landeten in einem türkischen Imbiss, waren begeistert davon, dass wir von unserem Tisch aus die Blaue Moschee in der Abenddämmerung sehen konnten und bestellten uns etwas zu Essen. Danach wechselten wir, angestachelt von den positiven Geschmackserlebnissen auf dem Gewürzmarkt, in eine Zuckerbäckerei und einige von uns bestellten sich türkische Desserts. Eines von ihnen hatte es uns besonders angetan - Künefe. Käse ummantelt von irgendwelchen süßen Raspeln und mit einer Kugel Eis obenauf. Hört sich komisch an? Ja! Schmeckt aber wirklich irrsinnig lecker. Ob ich es allerdings noch einmal zu essen wage, weiß ich nicht. Aber was es damit auf sich hat, erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag...
Mit gefüllten Mägen fieberten wir kurz vor 22 Uhr nun endlich unserem Verwöhnprogramm entgegen. Ohne noch einmal im Hostel vorbeizuschauen, gingen wir dir
Der Raum hatte ein Kuppeldach, das durchlöchert war von kleinen Sternen und Halbmonden, direkt darunter, etwa dem Durchmesser der Kuppel entsprechend, eine erhöhte Plattform aus Marmorstein, auf denen schon die ersten Frauen lagen und auf eine Massage warteten. Der Stein war sehr warm, beinahe heiß und so lagen die Frauen auf ihren Handtüchern und dösten teilweise vor sich hin.
Eva und ich hatten das etwas günstigere Programm ohne Massage gewählt - und nachdem wir die Frauen gesehen hatten, welche die Besucherinnen massierten, muss man ganz klar sagen: unser Glück ;-P Von diesem zentralen Raum gingen mehrere kleine Einzelkammern ab. In den meisten von ihnen befanden sich hübsch verzierte Steinwaschbecken und Messingschüsseln. Man wusch sich mit der Seife, die wir am Eingang erhalten hatten, und spülte sich mit dem Wasser, das man mit den Messingschüsseln aus den Steinbecken schöpfte, ab. Warmes oder kaltes Wasser - wie man es lieber hatte.
Danach entdeckten wir den Whirpool-Raum. Zwei kleine Pools, die Temperaturen des Wassers betrugen jeweils 30° und 38°C, luden zum Relaxen ein - was wir natürlich auch taten, lange und ausgiebig. Die Hitze stieg einem schnell zu Kopf und nicht nur einmal verließ man den Poolraum wieder, um sich mit dem eiskalten Wasser aus den Steinbecken abzukühlen.
Nachdem wir 1 1/2 Stunden im Badebereich verbracht hatten und sich bei vielen von uns Kopfschmerzen einstellten, beschlossen wir, es uns noch für eine Weile im Aufenthaltsraum gemütlich zu machen. Wir bestellten uns einen türkischen Tee und saßen und plauderten, bis es gegen 00 Uhr Zeit war, sich wieder anzuziehen, da das Hammām um die Uhrzeit seine Tore schloss. Angenehm benebelt im Kopf stolperten wir die paar Meter zurück in unser Hostel, fielen in unsere Betten und waren fast zeitgleich bereits eingeschlummert...

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