Ich habe heute etwas Neues dazugelernt: Mit einem Plan in den Tag hinein zu gehen ist keine gute Idee, da im Endeffekt vollkommen überflüssig bzw. nutzlos, denn alles kommt ganz anders, als man denkt.
Als Tavernenabend geplant, landeten wir auf der Suche nach einem Club oder einer Bar mit bezahlbaren Getränkepreisen schließlich in dem Wohnheim, in dem Johannes und Nicolle, ein sehr nettes Mädchen aus den Niederlanden (Laura, sie studiert in Nijmegen ;-)), wohnen. In Griechenland feiern zu gehen ist scheinbar sehr teuer. Nirgendwo gibt es (alkoholische) Getränke unter 8/9€ - nur das Bier war im Durchschnitt einen Euro günstiger (was immer noch vollkommen überteuert ist), aber das bringt mir ja nichts...
Wir saßen also den ganzen Abend in der kleinen Küche des Wohnheims im Durchschnitt mit 9-10 Studenten aus aller Herren Länder (Polen, Türkei, Schweden, Niederlande, Slowenien, Frankreich, ...) und plauderten wenig über Gott, aber viel über die Welt. Leider haben die meisten Studenten, die ich heute kennengelernt habe, schon ein halbes Jahr in Griechenland verbracht und verschwinden im Laufe des Februars wieder in ihre Heimatländer, nachdem sie (hoffentlich) ihre Prüfungsphase unbeschadet überstanden haben (werden).
Der Heimweg hat meinen Füßen dann den Rest gegeben. Vom Matsi-Wohnheim zu meinem ist es eine ganz schöne Ecke und ich war froh, als ich dann endlich meine Unterkunft erreicht hatte.
Auf dem Foto seht ihr übrigens ein Graffito (ich habe gerade herausgefunden, dass Graffiti eigentlich der Plural ist!), das an eines des Universitätsgebäude gesprayt wurde. So oder so ähnlich sehen dort die meisten aus - der Respekt vor diesen Gebäuden scheint nicht besonders ausgeprägt zu sein. Aber verwunderlich ist das nicht, denn sie sind in einem schlechten Zustand. Wenn man sie sieht, mag man nicht glauben, dass dort gearbeitet wird. Einzig das Gebäude der philosophischen Fakultät und, ich konnte (noch) nicht lesen, was in griechischer Schrift auf dem Schild stand, (ich vermute) der Fakultät für Meteorologie (o.ä.) stachen vollkommen heraus. Als wir das Philosophiegebäude nicht fanden und einige Studenten fragten, die wir auf dem Weg getroffen haben, erhielten wir als Antwort "Right over there. It's the building which is different from the others...". Das ganze Gelände wirkte ein wenig wie eine Geisterstadt. Ich bin gespannt, wie der Campus am Montag aussieht, denn immerhin hat die Uni 95.000(!) Studenten (nur mal zum Vergleich: die Universität Hildesheim hat knapp über 5.000 Studenten) und irgendwann müssen diese Menschen ja mal studieren ;-)
Die Griechen sind übrigens ein sehr freundliches, hilfsbereites und außerordentlich offenes und extrovertiertes Völkchen. Egal, ob man den Weg nicht findet oder einfach nur unschuldig die Promenade entlang läuft: sie helfen sofort weiter oder kommen zielstrebig auf dich zu, fragen dich irgendwas und "brabbeln" dich dann solange voll, bis du an deinem Treffpunkt angekommen bist - und das keineswegs im negativen Sinne, im Gegenteil! Diese Menschen sind wirklich sehr kontaktfreudig :-)
Morgen werde ich mit Nicolle nochmal ein wenig die Stadt erkunden. Schließlich gibt es da noch einen Starbucks, der besucht, und den Galerius Triumphal Arch oder auch kurz Kamara, der betrachtet werden will. Und in diesem Sinne verabschiede ich mich jetzt und haue mich aufs Ohr.

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