Es gibt übrigens noch etwas, mit dem ich genauso wenig klarkomme wie mit dem frühen Aufstehen: unsere neue Griechischlehrerin. Aber glücklicherweise geht das nicht nur mir so... Diese Dame (deren Namen ich noch immer nicht fähig bin zu schreiben) scheint manchmal zu vergessen, dass Griechisch nicht unsere Muttersprache ist.
(Den obigen Absatz habe ich übrigens gestern geschrieben. Heute muss ich mich leider korrigieren: Sie vergisst nicht nur, dass Griechisch nicht unsere Muttersprache ist – sie ist insgesamt eine didaktische Katastrophe…)
Ich habe noch nie eine Person erlebt, die so unglaublich ungeduldig ist. Und ich glaube, dass man sehr viel Geduld haben muss, um Menschen wie uns Griechisch beizubringen. Wenn man nicht gerade Altgriechisch in
Ansonsten geht es mir immer noch sehr gut hier. Ich kann es immer noch nicht fassen (und ich hoffe, dass ich das in ein paar Wochen immer noch sagen kann), dass ich, wenn ich morgens aufstehe, das Meer aus meinem Zimmerfenster sehen kann. Ich schaue hier so unglaublich oft aus dem Fenster. Und jeden Tag wieder denke ich „Ach man, der Weg von der Uni zum Wohnheim ist so verdammt lang, heute fahre ich mit dem Bus.“ , doch wenn ich dann auf dem Weg zur Bushaltestelle durch eine Seitenstraße hindurch das Meer sehe, stehe ich ein paar Minuten später an der Promenade und mache mich zu Fuß auf den Heimweg. Das bedeutet für mich zwar einen dreiviertelstündigen Fußmarsch, aber das Meer zieht mich förmlich an. Ich bin während meiner ganzen Zeit hier glaube ich nur vier oder fünf Mal mit dem Bus gefahren (und glaubt mir, diese Stadt ist riesig!).
- Es ist schön draußen, die Sonne knallt - Katha geht am Meer nach Hause.
- Es ist eiskalt und windig - Katha geht am Meer nach Hause.
- Es ist 4 Uhr in der Nacht und stockeduster - Katha torkelt am Meer nach Hause.
- Es regnet aus Kübeln und die Promenade sieht aus wie die Mecklenburgische Seenplatte - Katha stapft am Meer nach Hause...
(Ich bin übrigens gerade erkältet - wundert's irgendwen!?)
Wenn ich mir so die Fotos anschaue, die ich bisher geschossen habe, dann sieht man schätzungsweise auf 75% von ihnen nichts anderes als Wasser ;-) Für das Foto rechts habe ich Ewigkeiten gebraucht. Ihr glaubt gar nicht, wie viele Möven mir Modellfliegen mussten!
An der Promenade trifft man übrigens auf die merkwürdigsten Gestalten. Beispielsweise überpigmentierte Gebietsfremde aus Nigeria (political correctness, you know!?), die einem Geld dafür anbieten, mit ihnen befreundet zu sein. Na klar, man kann nie genug Freunde haben, immer her mit der Kohle! :-)
Vorgestern war ich mit Nicolle auf dem großen Markt, der ziemlich bekannt und auch als Sehenswürdigkeit in allen Reiseführern aufgeführt ist. Es ist wirklich unglaublich, was man dort alles kriegen kann! Ich habe noch nie so viel unterschiedlichen Fisch, Obst und Fleisch gesehen (inklusive ganzen Schweineköpfen, bei denen man es nicht für nötig gehalten hat, die Augen zu entfernen, abgesehen davon, dass man sie auf eine Platte gestellt und ihnen die Zunge aus dem Hals gezogen hat... Also, ich bin bei solchen Dingen ja eigentlich nicht pingelig und kann mir schon so einiges ansehen, ohne mich zu ekeln, aber das war sogar für mich zu krass! Deswegen davon auch kein Foto...). Die Fischstände (Foto) hingegen waren total interessant. Ich habe noch nie so riesige Krabben geschweige denn ganze Tintenfische gesehen! Paradiesisch! Zumindest für mich... :-)
Eine ähnliche Erfahrung haben wir im Sekretariat der school of modern greek language gemacht. Im Büro saßen fünf Frauen. Von denen hat eine gegessen, zwei haben am Computer gesessen und/oder telefoniert und zwei saßen einfach nur da und haben nichts gemacht, obwohl wir sie erwartungsvoll angeschaut haben. Und wenn sie einen dann mal bedienen, dauert es Eeeewigkeiten. Die Griechen haben echt die Ruhe weg, frei nach dem Motto "Kommst du heut' nicht, kommst du morgen". Wenn man aus Deutschland kommt, erleidet man hier echt so etwas wie einen Kulturschock.
Das letzte Foto zeigt übrigens meine (noch) Zimmergenossin Tia aus Deutschland und Anna aus Finnland, beide haben ihre new year cakes in der Hand. Das ist ein traditioneller Brauch, dem wir am Dienstagmittag beiwohnen durften. In einem der Kuchen wird eine Münze eingebacken und wer den Kuchen mit der Münze erwischt, der hat in diesem Jahr besonders viel Glück. Nun, ich habe die Münze nicht in meinem Kuchen gefunden, aber ich schätze, mein Jahr wird auch ohne dieses kleine Gimmick gut laufen :-)

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