Den nächsten Zwischenstopp legten wir am Eingangsbereich des Geländes ein, wo einige Leute ziemlich tief in die Tasche greifen mussten, um sich die Ruinen Griechenlands anschauen zu dürfen – satte 12€! Und wieder einmal hielt der Ausflug eine Überraschung für uns parat. Feststellung Nr. 4: Das kulturelle Interesse der Studenten wird in Griechenland hoch geschätzt und gefördert. Freier Eintritt zu allen Sehenswürdigkeiten und in den meisten Museen – sogar Linda, die keinen griechischen Studentenausweis vorlegen konnte, wurde durchgewunken. Und ich dachte, in Deutschland wäre man als Student schon gut dran, weil man auf vie
Der eigentliche Aufstieg war gar nicht so anstrengend wie wir dachten, was wohl unter anderem daran liegen mochte, dass wir alle paar Meter anhielten, um das ein oder andere Foto zu schießen. Was auf den offiziellen Fotos im Internet immer aussieht wie ein karger Hügel, ist in Wirklichkeit sehr lebendig! Was wir dort fanden, war eine ausgeprägte und irgendwie auch typisch griechische Flora und Fauna. Dort begegnete mir zum Beispiel der erste Schmetterling des Jahres und wer mich kennt, weiß, dass ich mich auch über solch’ kleine Dinge wahnsinnig freuen kann :-)
Ja, und dann war es endlich soweit. Nachdem wir den Säulen bei unserem Aufstieg dabei zusehen konnten, wie sie sich immer höher in den Himmel bohrten, standen wir plötzlich einfach vor ihnen. Beeindruckend. Ein anderes Wort fällt mir dazu einfach nicht ein. Doch, halt: überwältigend. Überwältigend. Überwältigender als jedes Hochhaus, das die Höhe der Säulen um ein Vielfaches übersteigt. Ich will nicht lügen – die vielen Kräne, Bauarbeiter und Gerüste zerstörten schon ein bisschen das Gesamtbild. Aber trotz allem konnte man nur staunen. Staunen und ganz nebenbei die Aussicht über ganz Athen genießen. Man konnte nicht einfach nur über das Gelände laufen und denken: „Wow. Groß. Und irgendwie auch… alt. Okay, lass’ wieder gehen.“ Man geht über das Gelände und Fragen über Fragen schießen einem durch den Kopf. Wie in drei Teufels Namen konnten diese Bauwerke errichtet werden? Wie viele Jahre hat es gedauert? Wie viele Männer, Sklaven,
Nach so vielen Gedanken wurde es natürlich Zeit für etwas entspannenderes (zumindest für den Kopf). Und was bietet sich da besser an als shoppen? :-) Natürlich, der Frauen liebstes Hobby. Und es wurde ein sehr erfolgreicher Nachmittag. Neu eingekleidet von Kopf bis Fuß ging es am frühen Abend wieder zurück ins Hostel. Dort schafften wir es, noch kurz unter die Dusche zu hüpfen und in unsere neuen Klamotten zu schlüpfen, bevor wir uns erneut auf den Weg in die Stadt machten, wo wir uns mit einigen Mädels aus dem Sprachkurs treffen wollten, die vor uns schon einige Tage in Athen verbracht hatten. Nach dem gemeinsamen Abendessen in einer griechischen Taverne (ja, natürlich, wo auch sonst?) trennten sich unsere Wege jedoch schon wieder, denn unser Plan für die Nacht stand fest: Party!
Wir fragten auf unserem Weg zwei Mädels, wo man in Athen am besten weggehen könnte, ließen uns den Weg in ein Bar- und Clubviertel erklären, nahmen die nächste Metro in besagten Stadtteil und entschieden uns nach ewigem Hin- und Herlaufen für eine urige Rockbar in irgendeiner kleinen Seitenstraße. Dank Nicolles Überzeugungskraft, mit der sie dem Kellner weis machen konnte, dass wir neu in Athen seien (was ja in dem Sinne nicht einmal gelogen war…) und ihrer Frage, ob wir vielleicht einen kleinen welcome shot bekommen konnten, mussten wir für unseren ersten Drink nicht einmal etwas zahlen ;-) Und das war unser Glück, denn als wir einen Blick in die Preisliste warfen, schmeckte der shot gleich doppelt so gut. Letztendlich bezahlte ich für ein Glas mit ca. 200 ml Sangria 6 €. Der Abend versprach teuer zu werden… (Und ganz nebenbei gesagt wurde er das auch.) Nachdem wir Ewigkeiten über Musik debattiert und die Bandposter eingehend begutachtet hatten, mit denen die komplette Bar (inklusive der Decke) tapeziert war, entschlossen wir uns dazu, in einen Club zu wechseln. Ich glaube, er hieß scho. Sicher bin ich mir aber nicht. Sicher bin ich mir allerdings bei etwas anderem:
Feststellung Nr. 5: Ein Hoch auf Griechenland, das vom Alkopop-Verbot nichts wissen will. Ich gönnte mir den Abend über einen Bacardi Breezer nach dem anderen, der Barkeeper fragte die letzten Male nicht mal mehr nach der Sorte ;-) Ich fühlte mich zurückversetzt in meine Teeniezeit, wilde Schrebergartenpartys und… okay, Thema verfehlt :-) Die Nacht jedenfalls war wunderbar. Wir tranken viel, tanzten viel, lachten viel und machten uns irgendwann, ich weiß nicht mehr wann, auf den Weg nach Hause.
Als uns klar wurde, dass wir mit der Metro nicht nach Hause fahren konnten (denn die Metro sollte den kompletten Mittwoch über streiken, ebenso wie die meisten Busse – und dummerweise war es schon tiefer Mittwoch) stellten wir uns auf einen langen Fußmarsch ein. Ganz nebenbei: Ich trug meine neuen Chucks. Ich habe die ganze Nacht mit ihnen getanzt, ich bin viel mit ihnen gelaufen und meine Füße beschwerten sich nicht ein Stück. Verdammt, ich liebe diese Schuhe! Wirklich!
Da trafen wir auf einen gelben Engel. Nein, nicht den ADAC, sondern einen Taxifahrer! Eigentlich wollten wir nur nach dem Weg fragen und machten uns, trotz seines ungläubigen „Die Strecke wollt ihr doch nicht wirklich laufen, oder?“-Kommentars motiviert auf den Weg. Aber wir waren nur eine halbe Minute gelaufen, da stand das Taxi plötzlich wieder neben uns, der Fahrer steckte den Kopf aus dem Fenster und sagte nur „Steigt ein, ich fahr euch rum. Umsonst.“ Ja, das war der Tag, an dem ich Taxifahrer zu lieben begann ;-) Und seit Donnerstag gibt es dafür noch einen weiteren Grund, aber ich will ja hier nicht alles vorwegnehmen…
Nachdem uns der nette Taxifahrer also an der Metrostation in der Nähe unseres Hostels abgeladen hatte, liefen wir natürlich erstmal prompt in die falsche Richtung, was uns, was die Sache nicht besser machte, erst rund eine Viertelstunde später auffiel… Ziemlich zerknirscht und uns über uns selber ärgernd machten wir kehrt und kamen mit einer halben Stunde „Verspätung“ endlich wieder im Hostel an, wo wir unseren zweiten Tag in dieser wundervollen Stadt mit einer Mütze voll Schlaf enden ließen.
Und da ich weiß, dass die Herren unter euch kürzere Blogeinträge bevorzugen (was bei dem Eintrag jetzt vermutlich eh schon witzlos wäre, aber egal…) mute ich euch jetzt den Rest nicht auch noch zu. Reisebericht Athen, Part III, folgt in Kürze!

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